Xerox greift Wettbewerb mit dessen eigenen Tonerkartuschen an

By | 23. November 2012

Was sich bisher nur von der Druckerbranche mit Verachtung gestrafte Refiller wie Geha und Pelikan getrauten, macht jetzt auch Brachenveteran Xerox in großem Stil: Mit aufbereiteten Original-Tonerkartuschen fast aller relevanten Mitbewerber sollen deren Angebote um “mindestens 50 Prozent” unterboten werden. Klappt das, können sich die Kunden freuen.

Mit starkem Understatement hat Xerox vergangene Woche eine “neue Produktlinie mit wiederaufbereiteten preisgünstigen, hochwertigen und umweltfreundlichen Tonerkartuschen für Nicht-Xerox-Drucksysteme” angekündigt. Es handelt sich dabei um die Erweiterung eines seit 1997 bestehenden Angebots – eines Angebots allerdings, das zumindest in Deutschland so gut wie nicht beachtet wurde: Nur drei Händler führt Xerox auf einer gut versteckten Untersektion ihrer Website auf, die bisher “Replacement Cartridges für NON Xerox Drucker” verkauft haben. Bei der neuen Linie mit dem Namen Responsible sieht das vom Start weg anders aus: Als Partner hat sich Xerox die Distributoren ALSO Actebis, Systeam und Open Storage ins Boot geholt, wo sie nun nahezu jeder Fachhändler in Deutschland bestellen kann. Außerdem soll sie von allen autorisierten Xerox-Fachhandelspartnern vertrieben werden dürfen. Für die Responsible-Serie verspricht Xerox Kosteneinsparungen von “mindestens 50 Prozent im Vergleich zu OEM-Tonerkartuschen”. Als Zielgruppe nennt es Anbieter von Managed Print Services und Unternehmen, die große Druckerflotten mit Systemen unterschiedlicher Hersteller verwalten. Die könnten mit den von Xerox gelieferten Kartuschen “exzellente Druckqualität von der ersten bis zur letzten Seite” bieten und bekämen eine “Seitenleistung, die der Angabe auf der OEM-Tonerkartusche entspricht”. Zudem gewährt Xerox auf jede Kartusche zwei Jahre Garantie. Die Xerox-Kartuschen lassen sich in einer Vielzahl von OEM-Desktop-Laserdruckern von Brother, Canon, Epson, HP, Konica Minolta, Kyocera, Lexmark, Oki und Panasonic verwenden – also außer Samsung allen im Markt relevanten Druckeranbietern. Zur Fertigung der Tonerkartuschen verwendet Xerox eigenen Angaben zufolge mehr als 90 Prozent der Originalteile, und wirbt damit, dass sich so die Herstellungskosten senken und die Abfallmenge reduzieren lässt.

Quelle und weiterlesen: http://www.zdnet.de/88133136/xerox-greift-wettbewerber-mit-deren-eigenen-aufbereiteten-tonerkartuschen-an/